Samstag, 26. März 2011

[002] Walnuss-Sesam-Kekse

Ich arbeite größtenteils zu Hause, weshalb es sehr gefährlich sein kann, zu viele leckere Dinge im Haus zu haben. Von einem Bund Karotten geht dabei natürlich keine sonderlich große Gefahr aus. Mit gemischten Gefühlen jedoch erinnere ich mich daran, einmal zwei Schalen Tiramisu für eine Feier bei Freunden vorbereitet zu haben. Dummerweise hatte ich mich im Datum geirrt und so wurde es ein ziemlich hartes Unterfangen die Unmengen an italienischer Süßspeise in meinem Kühlschrank zu ignorieren, während hier am Schreibtisch ein kleiner Berg an Arbeit verrichtet werden wollte. Besonders Kekse sind ein großes Risiko für mich, weil direkt links hinter meinem Bildschirm der perfekte Platz für eine Keksdose ist. Trotzdem möchte ich eines meiner liebsten Keksrezepte nur sehr ungern für mich behalten. Ich mahne allerdings zur Vorsicht und hoffe vielmehr darauf, dass meine Leser in Sachen Backwerk mehr Willenskraft beweisen als ich.


Zutaten:

200 gr weiche Butter
75 gr Frischkäse
125 gr Zucker
1 Päck. Vanille*
250 gr Mehl
1/2 tl Salz
75 gr Walnüsse
50 gr Sesam

*Ein Blick auf die Rückseite kann lohnen: Nicht alle Vanillearomen enthalten auch wirklich Vanilleextrakt oder extrahierte Vanilleschoten. Wer auf Nummer Sicher gehen will: Ganze Vanilleschoten gibt es einzeln und zu horrenden Preisen in allen größeren Supermärkten zu kaufen.


Zubereitung:

1. Butter, Frischkäse, Zucker und Vanille gründlich verrühren, bis eine glatte Masse entsteht.

2. Mehl und Salz untermischen.

3. Walnüsse in grobe Stücke hacken und unterheben.**

**Der Teig hat nun eine leicht klebrige Konsistenz, kann aber aufgrund seines hohen Fettanteils mit der flachen Hand weiter verarbeitet werden.



4. Die Hälfte des Teigs mit der flachen Hand aus der Schüssel lösen und vorsichtig zu einer länglichen Rolle (Ø 7 cm) formen. Die Teigrolle in Sesamsamen wälzen und in Klarsichtfolie einschlagen. Mit der zweiten Hälfte des Teiges ebenso verfahren.

5. Beide Teigrollen für mindestens 60 Minunten im Gefrierfach kühlen.

6. Die beiden Teigrollen mit einem dünnen feuchten Messer in etwa 1cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben gleichmäßig und mit etwas Abstand auf einem Backblech verteilen und im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze) bei 170° 18 bis 20 Minuten backen. Nach etwa 10 Minuten vorsichtig wenden. (Sollte der erste Keks beim Wenden zerfallen, 2 bis 3 Minuten weiterbacken und erneut versuchen.)


Dieses Rezept ergibt etwa 30 Kekse.

Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten

Backzeit: ca. 20 Minuten pro Blech

Gesamtkosten: ab 2,60 € ***

***Ausgehend vom durchschnittlichen Discounterpreis gängiger Backzutaten, abgesehen von Zutaten aus biologischem Anbau (z.B. Walnüsse).

Samstag, 19. März 2011

[001] Zitronen-Brombeer-Tarte


Ein wahrer Klassiker der französischen Küche ist zweifelsohne die Tarte. Dennoch werden viele von euch über die Vorstellung einer Zitronen-Brombeer-Tarte erst einmal die Nase rümpfen. Den meisten Deutschen ist die Tarte allenfalls in ihren herzhaften Varianten ein Begriff. Bei unseren westlichen Nachbarn allerdings sieht man das ganze ein wenig gelassener. Die Franzosen verstehen unter einer Tarte zu aller erst einmal einen geschmacksneutralen Mürbeteigboden, der ganz nach Belieben, entweder herzhaft, oder aber süß "garniert" werden kann. Man denke nur an die Tarte Tatin, den klassischen französischen Apfelkuchen, der verkehrt herum serviert wird.

Vor etwa einem Jahr ist mir ein Rezept für eine süße Tarte in die Hände gefallen. Es brauchte ein paar Versuche, bis ich die Ungereimtheiten in der Zutatenliste ausgebessert hatte. Das Ergebis ist eine feine Köstlichkeit, die ganz bestimmt einige Fans unter meinen Lesern finden wird. Viel Spaß beim Nachbacken!



Zutaten für den Mürbeteig:

175 gr Mehl
1/2 tl Salz
115 gr Butter
1 Eidotter
2 El Wasser

Backanleitung:

1. Mehl, Salz und Butter mit der Hand zu einem krümeligen Teig vermischen.

2. Eidotter und Wasser hinzufügen und alles zügig zu einem glatten Teig kneten.

3. Den fertigen Teig zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie einschlagen und mindestens eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen.


4. Den Mürbeteig auf einer bemehlten Fläche ausrollen.

5. Eine Tarteform (Ø 28 cm) oder wahlweise eine Springform (Ø 26 cm) mit dem ausgerollten Teig auslegen. (Ein gewöhnlicher Mürbeteig verfügt über  einen so hohen Butteranteil, dass weder Tarte- noch Springform eingefettet werden müssen.)

6. Den Mürbeteig an mehreren Stellen mit einer Gabel einstechen und im vorgeheizten Backofen 15 Minuten lang bei 200° (Ober/Unterhitze) blind backen. Damit sich der Teig beim Backen nicht anhebt, sollte er mit trockenen Bohnen oder Erbsen beschwert werden. Den Teig nach dem Backen für 5 Minuten auskühlen lassen.



Zutaten für die Zitronenmasse:

100 gr Zucker
3 Eidotter
1 ganzes Ei
1 Prise Salz
125 gr Crème fraîche
Schale einer unbehandelten Zitrone */**
Saft einer unbehandelten Zitrone */** (ca. 50 ml)

*Mittlerweile werden Zitronen in den meisten gängigen Supermärkten und Discountern danach gekennzeichnet, ob ihre Schale zum Verzehr geeignet ist. Auf dem Wochenmarkt oder beim Gemüsehändler kann es sinnvoll sein danach zu fragen. Neben den gesundheitlichen Risiken beim regelmäßigen Verzehr von zuvor behandelter Zitronenschale, hat sie oft einen deutlich negativen Einfluss auf den Geschmack einer Süßspeise.


**Wem es tatsächlich nicht gelingen sollte unbehandelte Zitronen aufzutreiben, der kann natürlich auch auf Zitronensaft aus der Flasche (50 ml) und Zitronenschale von Dr.Oetker zurückgreifen (1 Päckchen [6 g]).

Backanleitung:

1. Zucker, Eidotter, das ganze Ei und eine Prise Salz schaumig schlagen.

2. Créme fraîche, Zitronensaft und Zitronenschale unterrühren. (Die Masse wird dabei an Volumen verlieren und Bläschen bilden.)


3. Die fertige Masse auf dem Boden der Tarteform verteilen und alles bei nunmehr 190° weitere 20 Minuten backen, bis die Zitronenmasse fest geworden ist.***

***Alle von euch, die der Brombeere nicht sonderlich viel abgewinnen können, können ihre Backleistung an dieser Stelle natürlich auch für Beendet erklären, die Tarte in Ruhe abkühlen lassen, mit Puderzucker bestreuen und am besten mit einer Kugel Vanilleeis verzehren.



Zutaten für die Brombeermasse:

250 gr tiefgekühlte Brombeeren
50 gr Zucker
1 El Speisestärke
4 El Wasser



Zubereitung:

1. Die Brombeeren auftauen lassen und anschließend pürieren. Die Fruchtkerne nach Belieben abseihen.

2. Das Brombeerpüree zum Kochen bringen und mit einem Schneebesen Zucker, Speisestärke und Wasser unterrühren. Unter ständigem Rühren eine Minute lang köcheln lassen.

3. Brombeermasse über die noch warme Tarte gießen und gleichmäßig verteilen. Die Tarte in Ruhe abkühlen lassen und mit Vanilleeis oder mildgesüßter Sahne servieren.



Dieses Rezept ergibt 8 bis 12 Portionen.

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
Ruhezeit: mind. 1 Stunde
Backzeit: ca. 35 Minuten

Gesamtkosten: ab 4,50 € ****

**** Ausgehend vom durchschnittlichen Discounterpreis gängiger Backzutaten, abgesehen von Zutaten aus biologischem Anbau (Zitronen) und anderer Bioprodukte (z.B. Freilandeier).